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Dylan Farrow

Timos Gedanken

Der große PR Skandal des Loewe Verlag

CN: Sexuller Missbrauch

Dylan Farrows Debütroman Hush wird im Februar im Loewe Verlag erscheinen. Leider hat der Verlag ein widerliches Marketingkonzept

Loewe bewirbt das Buch groß mit dem Adoptivvater der Autorin, der absolut nichts mit dem Buch zu tun hat. Er hat seine Adoptivtochter damals mutmaßlich vergewaltigt und die Autorin nennt ihn nirgends mit dem Namen. In Amerika wird dieses Buch als Feministisches Fantasyhighlight der MeTooÄra bezeichnet und hierzulande “HUSH- VERBOTENE WORTE- FANTASYROMAN VON DER ADOPTIVTOCHTER VON WOODY ALLEN”.

Hierdurch wurde ich durch Pierre Petermichl darauf aufmerksam und habe seine Instagramstory geteilt.

Am nächsten Tag erreichte uns kein Statement vom Verlag. Sie schwiegen, darum versuchten einige Leser und Ich über Kommentare unter Posts des Verlags auf uns aufmerksam zu machen. Dies nervte Loewe und der Verlag schickte an alle folgendes Statement.

STATEMENT NR 1 LOEWE VERLAG

Hallo Timo,

vielen Dank, dass du mit uns geteilt hast, wie der amerikanische Verlag „Hush – Verbotene Worte“ vermarktet hat und danke auch für deine Kommentare unter unseren Instagram-Posts zu „Jim hat keinen Bock“ und „Water Rising – Flucht in die Tiefe“.

Da es in den Beiträgen nicht um „Hush – Verbotene Worte“ geht und die aktuelle Diskussion um unsere „Hush“-Marketing-Kampagne nichts mit „Jim hat keinen Bock“ und „Water Rising – Flucht in die Tiefe“ zu tun hat, finden wir deine Kommentare an diesen Stellen etwas deplatziert und irreführend für Leser*innen, die eigentlich etwas über „Jim“ und „Water Rising“ erfahren möchten.

Deshalb möchten wir dich um Erlaubnis bitten, deine Kommentare unter den beiden Beiträgen zu löschen. Wäre das in Ordnung für dich?

Gerne möchten wir dir aber direkt in dieser Nachricht erklären, was wir uns bei unserer Marketing-Kampagne gedacht haben.

Unser Anliegen als Verlag ist es, „Hush – Verbotene Worte“ zwischen tausenden von Neuerscheinungen auffindbar zu machen, damit Dylan Farrow auch im deutschsprachigen Raum mit ihrem aufsehenerregenden Debütroman möglichst viele Leser*innen begeistern kann. Um dies zu erreichen, haben wir den bekannten Adoptivvater in den Untertitel aufgenommen, da die Autorin außerhalb der USA kaum jemand kennt.
Das bedeutet nicht, dass wir Gewalt in jedweder Form tolerieren oder eine Stellung beziehen. Es handelt sich lediglich um Suchmaschinenoptimierung, die für Verlage heutzutage unabdingbar ist. Zu den Vorwürfen Dylan Farrows gegenüber Woody Allen wollen und können wir uns nicht positionieren, über den Fall müssen andere Institutionen entscheiden.

Viele Grüße
Carolin aus dem Loewe Online-Team

Also Loewe wollte die Kommentare löschen und hat sich offensichtlich nicht mit dem amerikanischen Marketing beschäftigt und will sich nicht positionieren. Ebenso beharren sie auf SEO Marketing, weil die Autorin ja unbekannt sei. Himmel das ist eine unbekannte Autorin, dann bringt sie eben der deutschen Leserschaft näher. Dies ist simpel. Ich habe in meiner Instagramstory Step-by-Step ein Konzept aufgebaut.

https://www.instagram.com/stories/highlights/17908725712621500/

Währenddessen habe ich zusätzlich den Originalverlag über die Marketingagentur alarmieren lassen. Hier wurde ganz bewusst das Wort alarmieren gewählt, bei in Amerika Woody Allen bei der Buchpromo nicht genannt wird.

Nun übten immer mehr Blogger*innen Druck auf Loewe auf und auf allen Plattformen, bekommt Loewe die Wut von Lesern zu spüren.

Auf Twitter zum Beispiel hier:

Nun folgte heute Morgen ein zweites Statement, welches ich mit euch teile.

LOEWE VERLAG – STATEMENT NR.2

Guten Morgen Timo,wir haben ein neues Statement erarbeitet, das ich dir nun gerne ebenfalls schicken möchte.———-Bei Dylan Farrows Debüt HUSH – VERBOTENE WORTE handelt es sich um einen hochspannenden und mit literarischer Finesse verfassten Fantasyroman. Die in HUSH erzählte Geschichte kann darüber hinaus als Beitrag zur #MeToo-Debatte gelesen werden und leistet auch einen wertvollen Beitrag zu den Diskussionen über hochaktuelle Themen wie Fake News und (politische) Meinungsmache.

Bereits seit Anfang der 90er Jahre tobt in der Familie Allen/Farrow ein Kampf um die öffentliche Meinung. Dylan Farrow, die Adoptivtochter des Regisseurs Woody Allen und der Schauspielerin Mia Farrow, wirft ihrem Adoptivvater vor, sie im Kindesalter sexuell missbraucht zu haben. Die Vorwürfe wurden 1993 von Mia Farrow und im Zuge der #MeToo-Bewegung 2018 erstmals von Dylan Farrow selbst an die Öffentlichkeit getragen. Woody Allen wies die Vorwürfe jeweils umgehend zurück und machte seinerseits Vorwürfe gegen Mia Farrow laut. Zwei intensive Ermittlungen sprachen Allen 1993 vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs frei. Wir können und wollen hierzu aber keine Partei ergreifen.Dylan Farrow sagte über die letztes Jahr veröffentlichte Woody Allen Autobiographie, sie sei „persönlich zutiefst erschüttert“. Ihr Debütroman kann also gar nicht losgelöst von der #MeToo-Debatte, Themen wie Fake News und der Person Woody Allen gesehen werden. Denn, wie die Autorin in einer Anmerkung am Ende von HUSH bekannt gibt, hatten ihre eigenen Erlebnisse ganz wesentlichen Einfluss auf das Werk. Farrow schreibt:„In meiner Kindheit und Jugend war die Welt der Bücher für mich ein Rückzugsort, während meine Familie von einem mächtigen Menschen bedrängt wurde, der entschlossen war, unser Leben und unsere Glaubwürdigkeit zu zerstören. Mithilfe eines gewaltigen verbalen Feldzugs, gestützt lediglich durch dubiose juristische Dokumente, wurde einer ganzen Generation eine Lüge aufgetischt.Heute wird eine solche Situation von der Öffentlichkeit viel bewusster wahrgenommen. Trotzdem leben wir in einer Welt, die durch rasante, fast infektiöse Ausbreitung von Nachrichten – wahren wie falschen – bestimmt wird, einer Welt, in der immer noch Opfern mit Misstrauen begegnet wird und jenen eine Plattform geboten wird, die Lügen, Hass und Angst verbreiten. […]Hush ist eine Geschichte darüber, wie wichtig es ist, sich seine eigene Meinung zu bilden und einen Sinn für Gerechtigkeit in einem Umfeld zu bewahren, in dem es leicht ist – fast schon normal –, jemanden zu manipulieren und zu täuschen. […]Es ist eine Geschichte über die Macht der Worte und der Wahrheit.Als Schriftsteller haben wir die Aufgabe, die Geschichten unserer Fantasie Wirklichkeit werden zu lassen […]. Aber unsere Geschichten spiegeln nicht nur unsere eigenen Hoffnungen, Ängste und Stolpersteine wider – für viele sind sie eine Erinnerung an die Erfahrungen, die sie gemacht haben. Ich hoffe, dass diese Geschichte den Weg bereiten wird für viele andere Wahrheiten, die ans Licht kommen müssen.“Diese Einordnung der Autorin hat im Loewe Verlag die Auffassung reifen lassen, diesen Roman nicht nur eingefleischten Fantasy-Fans, sondern zudem einem breiten Publikum näher zu bringen, das sich im Zuge der #MeToo-Debatte um die Persönlichkeiten Dylan Farrow, Mia Farrow und Woody Allen eine eigene Meinung bilden möchte.Insofern hielten wir den Hinweis auf den familiären Hintergrund der Autorin im Untertitel von HUSH für einen wichtigen Aspekt, der zum Werk Dylan Farrows dazu gehört und untrennbar damit verbunden ist. Die aktuelle Empörung darüber hat uns also sehr überrascht. Dennoch haben wir die Kritik sorgsam berücksichtigt und werden hier kurzfristig nachbessern. Wir bedanken uns, dass so viele an uns herangetreten sind.———-Viele Grüße und noch einen schönen Tag

Carolin aus dem Loewe Online-Team”

Der Verlag scheint hier Problematik immer noch nicht verstanden zu haben und wundert sich über die Empörung. Gleichzeitig erwähnt Dylan Farrow ihren Adoptivvater nur als mächtigen Mann im Nachwort, aber nicht als Adoptivvater. Sie distanziert sich von ihm somit und so war auch das Marketing in Amerika. Auf der Originalausgabe steht der Name der Autorin und kein Name, der nicht darauf gehört. Es ist respektlos gegenüber der Autorin, was der Verlag hier abzieht. Das hat jeder dem Verlag gesagt. Nein, sie wollen es aber nicht verstehen.

Für mich ist der Verlag damit gestorben. Dylan Farrows Werk sollte als IHR Buch betrachtet werden und ihr Name soll als erstes genannt werden und kein anderer. Und mit dieser Aussage “Zwei intensive Ermittlungen sprachen Allen 1993 vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs frei” stellt sich Loewe auf die Seite von Woody Allen und stellt sich gegen die eigene Autorin. Ich hoffe sehr, das der Originalverlag hier schnell tätig wird und Loewe die Lizenz für Hush entzieht. Denn das hier hat die Autorin nicht verdient. Der Verlag will keine Partei ergreifen, hat es aber längst getan. Den Opfern wird alles abgesprochen. Aber im Tater promoten ist Loewe aktuell ganz groß, wie die Veröffentlichung von Birthday beweist.

Als Leser habe ich keine Lust mehr den Verlag finanziell zu unterstützen. Ich hoffe die Autor*innen des Verlags werden sich erheben und das nicht akzeptieren.

Hush habe ich bereits im Englischen angelesen und wer kann, sollte zur Unterstützung der Autorin die Originalausgabe kaufen. Alternativ das deutsche Hörbuch, da Audible es schafft die Autorin, als eigenständige Person zu behandeln.

https://us.macmillan.com/books/9781250235909

Ihr versteht das ganze nicht? Nun versetzt euch mal in diese Situation.

Angenommen du würdest vergewaltigt werden und ein Buch schreiben. Dein Vergewaltiger wird mit deinem Buch immer in einem Zug genannt und er hat nichts mit dem Buch zu tun – Wie würde sich das für dich anfühlen?

Hier könnt ihr euch auch nochmal das Fazit von Pierre Petermichl anschauen. Ich kann dies so auch unterschreiben.