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Timos Gedanken

Buchgenre, Timos Gedanken

MIDDLE GRADE, YOUNG ADULT, COMING OF AGE UND NEW ADULT

Wenn wir über Bücher und den Markt sprechen, müssen wir auch über die verschiedenen Genre sprechen. Zum Einstieg in die Reihe möchte ich über die Altersabstufungen sprechen. Grundsätzlich kann man immer sagen bspw Middle Grade Fantasy. In Deutschland sind diese Romane in Buchhandlungen in ein Genre unterteilt. Jugendbuch.

Stellt euch eine Skala mit Altersstufen vor. Im Alter von 9-12 Jahren spricht man von Middle Grade. Hier finden sich meist Fantasyromane wie die Flüsterwaldreihe von Andreas Suchanek oder die Zuckermeister von Tanja Voosen.

Die Themen sind Abenteuer, Freundschaft und meist bekommt man noch gezeigt wie “doof” sich die Geschlechter gegenseitig finden. Liebe spielt hier meist gar keine Rolle.

Anschließend kommt der große Altersbereich Young Adult. Im Bereich Young Adult sind die Protagonist*innen zwischen 13 und 18 Jahren alt. Keinesfalls älter. Die Themengebiete sind meist Highschool, Erste Liebe, erstes Date, Erster Kuss und erstes Mal Sex und allgemein die Erkundung der eigenen Sexualität sowie der eigenen Geschlechtsidentität

Doch dieser Altersbereich bietet mehr: Immer mehr Autor*innen zeigen in ihren Romanen eine große Bandbreite an Diversität.

Und natürlich gibt es innerhalb YA noch eine Unterstufe. Coming of Age – Wie der Name es sagt, geht es um den Übergang zwischen Jugend und Erwachsen werden.

Wie ihr seht, ist Young Adult sehr vielfältig und Überraschung nicht nur Liebe. In der USA endet die High-School Zeit der Leser*innen und die Collegezeit beginnt.

College ist ein wichtig an dem man erkennt, das ein Punkt New Adult ist. Die Eingrenzung New Adult wurde 2009 eingeführt, um einen Begriff zu haben zwischen dem damalig existenten Chick-Lit (Dieser Begriff ist zu Recht veraltet) und Young Adult. Bei New Adult spielen die Themen: Wohnungssuche, Ausbildung/Studium eine große Rolle. Die Beziehungen sind meist nicht ersten und die Protagonist*innen sind erfahrener. Hier steht die eher die Fähigkeit ein eigenes Leben zu führen im Fokus. Meist ist es ein Neuanfang weit weg von der Heimat.

Natürlich kann New Adult auch in einem Fantasysetting vorkommen. Laura Kneidl hat aus ihrer alten Impressreihe eine New Adult Urban Fantasy Reihe gemacht.

Hier bewegen wir uns meist in der Altersspanne zwischen 18 und 28 Jahren. Meist kommt es bereits bei den älteren Charakteren zu Überschneidungen im Contemporarybereich. Bei Colleen Hoover bspw haben viele Protagonist’innen bereits den Fuß mitten im Leben und dann spricht man ganz einfach nur noch von Romance. Viele bezeichnen auch “The Secret Bookclub” als New Adult. Dies ist aber falsch. Während den Fokus auf New Adult setzt und dort bekannte Autor*innen wie Cora Carmack, Mona Kasten und Laura Kneidl das Genre geprägt haben, setzt Kyss auf Romance. Früher war das einfach unter dem Namen “Chick-Lit” bis zur Alterstufe 40 zusammengefasst. Das ist einfach sexistisch und wird zum Glück nicht mehr verwendet.

New Adult kann Romance sein muss es aber nicht immer ein. Da sind wir uns einig. Doch sobald die Protagonist*innen die 28-30 Jahre erreichen, kann man nicht mehr von New Adult sprechen. Wir sprechen von Romance.

Deutsche Verlage sehen einfach alles als New Adult und das ist einfach falsch. Es gibt mehr als nur Young Adult und New Adult als Abgrenzung. So kam es zu falschen Abgrenzungen. DTV veröffentlichte einen Erotikroman von Colleen Hoover als Young Adult. Zurück ins Leben geliebt, ist ein erotischer Romance Roman.

Buchhandlungen bezeichnen alles einfach als Romance. Die Bezeichnung Erotik wurde immerhin abgeschafft, nicht überall steht der Sex an sich im Vordergrund. Bei den Grenzen wird es immer Diskussionsbedarf geben, aber wenn ich hier über Bücher rede, dann orientiere ich mich an diesen Punkten. Das bloße Vorkommen von Sex macht für mich ein Jugendbuch nicht zum Adultbuch. Sex gehört auch zu unserer Jugendzeit dazu. Wir müssen aber schauen das Bücher an die richtige Altersgruppe vermarktet werden. Crescent City ist bspw definitiv kein Buch für Jugendliche im Alter von 13 Jahren. Während sich New Adult im amerikanischen Raum fast nur noch im Selfpublishing vorkommt, entwickelt sich der Bereich Young Adult konstant weiter. Grundsätzlich gilt: Man ist nie zu alt. Viele Adult Verlage kaufen Jugendbücher aus dem Ausland ein, um sie hier anders zu vermarkten. Bspw Six of Crows wird von Knaur nie als Jugendbuch vermarktet, obwohl es eigentlich eins ist.

Viel Spaß beim Lesen.

Timos Gedanken

Let’s talk about the bookscene

Die Buchszene. Ein bunter Ort an dem Autor*innen und Blogger*innen friedlich in Harmonie miteinander leben. Wäre es doch nur so.

In der letzten Zeit gab es einige Diskussionen, die mich ehrlich gesagt sprachlos gemacht haben. Es sind Diskussionen, die eigentlich unnötig sind.

Ich möchte heute mal zu einigen Punkten etwas sagen, was manchen natürlich nicht gefallen wird.

Zuerst beginnen wir mal so: Es gibt viele Menschen, die ihre Privilegien nicht erkennen können. Sie erkennen nicht, warum marginalisierte Gruppen immer laut werden müssen. Sie verurteilen, das marginalisierte Menschen sich beschweren. Kürzlich hat eine cis Autorin einen Roman zum Thema Transidentität veröffentlicht und hat daraufhin von einem trans Blogger Kritik bekommen auf Goodreads. Was macht besagte Autorin? Sie bezeichnet den Blogger als Hater und hetzt ihre Abonnent*innen auf ihn.

WTF. Anschließend redete sie sich aus dem ganzen raus. Eine ähnliche Diskussion gab es kürzlich mit einem jungen Verleger, der nicht auf Kritik von BIPOC Leser*innen hören wollte. So wenn man weiß, cis und hetero ist, dann ist man überaus privilegiert. Dann muss man einfach mal zuhören und versuchen diese Kritik zu bearbeiten. Wenn euch jemand betroffenes sagt, das er/sie/they eine Szene rassistisch findet, dann braucht ihr nicht eine Horde auf die Kritiker*innen hetzen. Das ist ein aktuelles Problem in der Buchszene, alle wollen Frieden in der rosaroten Bubble in der es sich am Besten nur um gehypte Bücher drehen soll. Wird mal von einer gehypten Autorin, ein Buch mit einem Hauch Repräsentation geschrieben…. dann wird gesagt “Ja das sind wichtige Themen über, die man reden muss.” Nur passiert das nie, denn wenn ein Own Voice Buch von nicht gehypten Autor*innen erscheint, wirds ignoriert.

Meist werden nur Geschichten von cis hetero Autor*innen gelesen, die meinen sie können das Thema schreiben. Leider können dies viele nicht und aus einem harmlosen Jugendbuch zum Thema Coming-Out wird ein widerlicher Soft Kinderporno. Da verstand dann eine Autorin die Welt nicht, als ihr Buch sogar von Amazon gesperrt wurde. Viele meinen hier immer, sie müssen alles auf der sexuellen Ebene darstellen und stellen es so dar, als hätten queere Menschen keine anderen Gedanken. Trotzdem gibt es auch heterosexuelle cis Autor*innen, die gefühlsvolle Romane über queere Personen schreiben können. Sie sollten das Buch allerdings nicht nur von Testlesern, sondern auch von Sensitive Readern vorher lesen lassen.

Ein Buch kann noch so sexistisch sein, noch sehr Vergewaltigung romantisieren… die Fans verteidigen es und gehen auf Kritiker*innen los. Leute Rezensionen sind immer die eigene Meinung. Rezensionen sind keine universal Rezension für alle. Rezensionen sollten frei von Hate sein. (Auch ich gelobe hier Besserung, da ich realisiert habe, was ich hier schon an Rezensionen rausgehauen habe. Autor*innen sollten nicht auf negativen Rezensionen verlinkt werden, das ist eine Sache des Respekts. Hörbuchsprecher*innen können nichts für ihre Stimme, mit der sie geboren sind. Ihr müsst hier nicht Dieter Bohlen spielen. Konzentriert euch bei einem Hörbuch auf den Text und wenn ihr bestimmte Sprecher*innen nicht mögt, meidet sie auch.

Rezensionen sollten schon Respekt beinhalten und nicht so aussehen.

“Die Autorin sollte lieber aufhören Bücher zu schreckliches Buch und schrecklicher schreibstill.”

Ich bin kein Fan von Tone Policing. Man hat auch mal Wut, aber etwas Respekt gegenüber Autor*innen sollte vorhanden sein.

Wir sind alle Menschen und wir machen Fehler, wenn man darauf hingewiesen wird sollte man diese einfach mal beherzigen. Zum Beispiel vergesse ich manchmal zu gendern. Ich ändere dies, sofort wenn ich darauf hingewiesen werde. Gendern ist eben eine Sache des Respektes. Hierzu hat die großartige Nina George dem Börsenblatt ein tolles Interview gegeben.

Wie ihr vielleicht merkt, versuche ich nicht nur er/sie zu verwenden, sondern they … dies ist auch eine Sache des Respekts gegenüber nichtbinären Menschen. Hier soll sich jede*r angesprochen fühlen.

Viele trans Menschen wollen JKR meiden. Warnt doch einfach vorher, wenn diese Frau angesprochen wird. Sie hat der Community erheblich Schaden angetan und spricht trans Frauen ihre Existenz ab. Viele ignorieren das und sagen “Ja das ist doch ihre Meinung”. Nein Transphobie ist keine Meinung. Ebenso wenig Homo-/Bi-/Queerphobie und Rassismus. Sobald marginalisierte Gruppen durch eure Meinung verletzt werden, endet an diesem Punkt die Meinungsfreiheit.

Mein Wunsch an die Buchszene: Nehmt die rosarote Brille ab und seht die Welt wie sie ist. Wir können sie bunt erstrahlen lassen, doch dafür müssen wir zusammenarbeiten.

Unterstützt beispielsweise den neuen queeren Buchclub auf Instagram.

https://www.instagram.com/daspinkesofa/

Unterstützt BIPOC Autor*innen und begleitet sie auf ihrem Weg, wie bspw Victoria Linnea.

Ebenso kann ich euch Yvonne empfehlen, die auf ihrem Kanal leider sehr viel Aufklärungsarbeit leisten muss. Es ist nicht die Aufgabe von diesen Blogger*innen und Autor*innen euch aufzuklären und dennoch tun sie es.

https://www.instagram.com/bookish.yvonne/

https://www.instagram.com/martin.gancarczyk/

Und es gibt viel mehr Beispiele. Öffnet die Augen in der Bubble.